Wenn Angst da ist, tragen innere Werte

Wenn Angst da ist, tragen innere Werte

Wenn der Mut gerade nicht erreichbar ist

In einem Workshop beschäftigten wir uns mit inneren Werten. Innere Werte, die uns Stabilität im Leben geben können.

Im Mittelpunkt der Gruppe stand dabei die Angst. Um sie herum legten wir verschiedene Werte: Mut, Zuversicht, Trost, Mitgefühl, Verständnis, Fürsorge und Geduld.

Zunächst schien der Mut naheliegend. Wenn ich Angst habe, brauche ich Mut. Doch was geschieht, wenn ich genau diesen Mut gerade nicht fassen kann? Vielleicht ist die Angst so präsent, dass der Mut zwar irgendwo da ist, für mich in diesem Augenblick aber nicht erreichbar scheint.

Dann lohnt sich ein Blick auf die anderen Werte.

Vielleicht kann ich mir mit Mitgefühl begegnen. Vielleicht brauche ich Trost. Geduld, weil ich gerade noch keine Lösung kenne. Fürsorge, um gut mit mir umzugehen. Oder Zuversicht, obwohl ich noch nicht weiß, wie es weitergeht.

Plötzlich steht der Angst nicht mehr nur eine einzige Möglichkeit gegenüber.
Es entsteht ein Feld.

Innere Werte als Bezugspunkte

Innere Werte können uns Orientierung geben. Doch dafür genügt es nicht immer, sie nur zu kennen. Spannend wird es, wenn wir sie mit unserem gegenwärtigen Erleben verbinden.

Was bedeutet Mitgefühl jetzt für mich?
Wie könnte Fürsorge heute aussehen?
Welcher Wert ist gerade erreichbar?

So können aus inneren Werten Bezugspunkte entstehen. Und mehrere solcher Bezugspunkte können ein Gefühl von Stabilität schaffen, auch wenn die Angst weiterhin da ist. Vielleicht muss sie in diesem Moment gar nicht verschwinden. Der innere Raum wird einfach größer.

Vielleicht erkennst du dich in diesen Gedanken und möchtest etwas aus deinem eigenen Leben näher betrachten? Wenn du dir dafür einen persönlichen Raum wünschst, lade ich dich herzlich ein, ein Einzelgespräch mit mir zu buchen. 

Eine kleine Übung

Ich lade dich gern zu dieser kleinen Übung ein.

Nimm dir ein Blatt Papier und ein paar Stifte.
Atme einige Male bewusst ein und aus und nimm wahr, was dich gerade beschäftigt.

Male einen Kreis in die Mitte des Blattes. Er steht für deine gegenwärtige Herausforderung – vielleicht eine Angst, eine Sorge, ein Gedankenkarussell oder etwas ganz anderes.

Frage dich:
Welcher innere Wert könnte mir darin helfen –
auch wenn ich ihn gerade noch nicht ergreifen kann?

Male diesen Wert als weiteren Kreis dazu. Und dann lass deinen Blick weiter werden.

Welche anderen Werte könnten dich unterstützen?
Trost? Vertrauen? Mitgefühl? Geduld? Klarheit? Fürsorge? Zuversicht?

Folge deinen eigenen Impulsen. Male weitere Kreise um die Mitte herum. Es müssen nicht die Werte aus unserer Grafik sein. Vielleicht tauchen bei dir ganz andere auf.

Verbinde die umgebenden Kreise mit dem mittleren Kreis mit einer Linie, wenn du spürst, dass dieser Wert möglich ist. Schau anschließend auf das entstandene Bild.

Vielleicht ist die Herausforderung noch immer da. Doch möglicherweise siehst du jetzt auch etwas, das vorher weniger sichtbar war: ein stabilisierendes Feld, das hält und trägt.

Und vielleicht ist genau das der Wert dieser Übung.

Wir müssen nicht immer sofort den Mut finden, den nächsten großen Schritt zu gehen.
Manchmal genügt es zunächst zu entdecken, was uns hält,
solange wir ihn noch nicht gehen können.